Do

14

Okt

2021

Tag gegen Armut: Soziales Wohnservice Wels begleitet Armutsbetroffene unkompliziert und rasch durch Zeiten der Unsicherheit

Der „Internationale Tag für die Beseitigung der Armut” am 17. Oktober lässt mit Entsetzen darauf aufmerksam werden, dass Österreich eines der reichsten EU-Länder ist und trotzdem 1,2 Millionen Menschen in Österreich als armutsgefährdet zählt (Statistik Austria 2020).

 

Das Soziale Wohnservice Wels ist als Einrichtung zur Beratung und Betreuung von wohnungslosen Menschen tagtäglich mit dem Thema Armut und den daraus resultierenden Folgen konfrontiert. Vorsitzende Petra Wimmer: „Wenn das eigene Leben nach einem Wohnungsverlust völlig aus der Bahn geworfen wird, leisten Einrichtungen wie das Soziale Wohnservice Wels einen unverzichtbaren Beitrag zur Stabilisierung und Neuorientierung.“ Rund 156.000 Menschen in Oberösterreich (Statistik Austria 2020) sind hier eine beschämende Zahl, zumal durch die Corona-Pandemie die Themen „Einkommen“ und „Wohnen“ noch mehr strapazieren. Umso mehr ist es für Geschäftsführerin Bettina Reichhold ein Muss aktuell notwendige Maßnahmen zu setzen, die unkompliziert und rasch für Betroffene in Anspruch genommen werden können: „Während unsicherer Zeiten mit Ausgangssperren und Lockdowns, haben wir durchgehend als Team und gemeinsam mit unserem Auftraggeber der Abteilung Soziales vom Land Oberösterreich, z.B. die Notschlafstellen ganztägig geöffnet gehalten und Menschen, die grundsätzlich wohnversorgt sind, mit einer Care-Paket-Verteilung unterstützt. Dies war vor allem auch deswegen möglich, weil es viele beherzte Organisationen und Privatpersonen gibt, die mit Sach- und Geldspenden zur Seite stehen. Vielen Dank noch einmal für dieses Engagement!“

 

Die Möglichkeit der Stundung bzw. des Aufschubs der Mieten hat für viele einen Zeitrahmen geschaffen sich „über Wasser zu halten“, wenn ein beträchtlicher Teil des Einkommens weggefallen ist. Mittlerweile erreichen die Einrichtung aber die ersten Betroffenen, die es jetzt nicht mehr geschafft haben und eine Delogierung unvermeidbar macht. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft noch mehr auseinander, der Anteil der Mietkosten steht in keiner Relation mehr zum Einkommen. Der Schrei nach Anhebung von Arbeitslosengeld/Notstandshilfe, eines Mindestlohns, einer „lebensrealistischen“ Sozialhilfe und die Förderung des sozialen Wohnbaus sind schlagender denn je. Vorsitzende Petra Wimmer führt aus: „Armut ist komplex und braucht Maßnahmen auf vielen Ebenen. Die wirksamsten Mittel sind gerechte Entlohnung und ein Mix aus Geld- und Sachleistungen. Wenn Eltern genug verdienen, um eigenständig leben zu können, sinkt auch die Kinderarmut.“

 

Das Projekt „zuhause ankommen“ (finanziert aus Mitteln des Sozialministeriums), dass die BAWO - Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe jetzt mit einer Vielzahl an Projektpartner*innen gestartet hat, hat die Vergabe von ca. 250 Wohnungen in fünf Bundesländern zum Ziel (OÖ ist auch eines der Bundesländer). Sozialarbeiterische Betreuung nach Prinzipien des „housing first“ soll so eine Initiative zur nachhaltigen Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit setzen und Menschen, die von der Covid-Krise betroffen sind, ganz konkret unterstützen.

 

 

„Zur Erkenntnis zu gelangen, dass es volkswirtschaftlich Unsinn ist, Menschen zu delogieren und das ‚Dach über dem Kopf‘ zu nehmen, wäre einer meiner größten Wünsche. Die Kostenübernahme von Mietzinsrückständen und den Ausbau für professionelle Begleitung würden die sozialen Folgekosten massiv verringern. Vor allem Kinder und ältere Personen vor dem Trauma wie Wohnungs-/Schulwechsel zu bewahren, wäre ein wesentlicher Beitrag zur Gesundheit,“ gibt Bettina Reichhold zu bedenken.

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